25 Nov

Solidarität mit der Besetzung von EndFossil an der TU Berlin

Am Donnerstag, den 17. November, haben junge Klimaaktivist*innen von EndFossil, zusammen mit Akteur*innen aus verschiedenen politischen Gruppierungen, nach einer studentischen Vollversammlung den Hörsaal H0104 im Hauptgebäude der TU besetzt.

Die Besetzenden haben am selben Tag ihre Forderungen an die Präsidentin überreicht und werden die Besetzung nicht auflösen, bis diese seitens der Uni erfüllt werden oder eine schriftliche Bestätigung vorhanden ist. Seitdem befinden sie sich im ständigen Austausch mit dem Präsidium und sind im Verhandlungsprozess mit der Präsidentin und dem Vize-Präsident.

Die Hauptforderungen der Gruppe lauten wie folgt:

An die TU:

1. Klimagerechtigkeit als integraler Bestandteil von Lehre und Forschung

2. Ausbau der TU-internen Nachhaltigkeits- und Klimaneutralitätsstrukturen bis 2030

3. Transparenz über Subventionen und Finanzierung der TU Berlin und Abkehr von fossiler Finanzierung

4. Anerkennung der Klimakrise als dritte große Herausforderung durch die Berliner Universitätsallianz (BUA)

An den Berliner Senat:

1. Förderung der Transformation von Verkehr und Mobilität in Berlin

2. Beschleunigung der Energiewende und Vergesellschaftung der Energieunternehmen, insbesondere:

  • Übernahme des Fernwärmenetzes (von Vattenfall) durch die Kommune Berlin analog zur Übernahme des Stromnetzes
  • schneller Ausbau von Solarenergie (z.B. auf Dächern, über Bahnhöfen, Bahngleisen oder Straßen)
  • Maßnahmen zum Energiesparen

3. Klimaneutralität für Berlin bis 2030

Ein weiteres Ziel der Gruppe ist es, durch die Besetzung den Protest für Klimagerechtigkeit in den Alltag der Menschen zu tragen und das Bewusstsein der Klimakrise unter Jugendlichen und Studierenden zu stärken. Außerdem hofft die Gruppe, damit einen Raum des Austausches und der Debatte zu ermöglichen, wo Menschen sich hierarchiefrei und basisdemokratisch für den Klimaschutz organisieren können.

Inzwischen hat sich der besetzte Hörsaal in einen Freiraum verwandelt, in dem jede*r an der Organisierung der Besetzung und an verschiedenen politischen Aktivitäten teilnehmen kann. Für die kommenden Tage sind Vorträge verschiedener Gruppen zur Klimakrise, Live-Musik und Filmvorführungen geplant. Die Aktivist*innen haben Sofas und Schlafsäcke mitgebracht für all die, die übernachten wollen und eine Ecke mit Essen und Getränken organisert. Überall hängen Fahnen und Transparente in Solidarität mit den Waldbesetzungen in Deutschland, der kurdischen Bewegung, gegen Großkonzerne und das kapitalistische System. Außerdem gibt es ein Awareness Konzept zur Vermeidung von Diskriminierung und zwischenmenschlicher Gewalt und einen sicheren Raum, in dem FLINTA* (Female, Lesbian, Intersex, Non binary, Trans & Agender) Menschen schlafen können.

Obwohl es noch Luft nach oben gibt und diese Forderungen eher einen Anfangs- als einen Endpunkt darstellen, finden wir es sehr wichtig, dass Studierende und junge Menschen sich bzgl. der Klimakatastrophe engagieren und Veränderungen fordern. Wir finden die Form des gegenwärtigen Protests nachvollziehbar und erachten das als legitimen Ansatz für Aktionismus zur Klimakrise. Deshalb solidarisieren wir uns mit der Besetzung des Hörsaals und den Forderungen an die Universitätsleitung.

Mehr Informationen & Aktuelles: 

Website:https://berlin.endfossil.de/

Instagram: @endfossilberlin 

Telegram Infochannel: https://t.me/EndFossilBerlinInfos