Solidarität mit den zu Unrecht inhaftierten Student:innen der Türkei und Nordkurdistan!
Am Morgen des 3. Februar 2026 wurden in 22 Städten, darunter Istanbul, Ankara, Izmir und Antalya, Razzien durchgeführt, bei denen die Büros und Wohnungen von Mitgliedern der Sozialistischen Partei der Unterdrückten (ESP), der Sozialistischen Frauenräte (SKM), der Föderation Sozialistischer Jugendverbände (SGDF), der Gewerkschaft DİSK/LİMTER-İŞ, das Kulturzentrum BEKSAV, Polen Ökologie, Freie junge Frauen (ÖGK), die Anwaltskanzlei der Unterdrückten (EHB) und die Büros der Nachrichtenagentur Etkin Haber Ajansı (ETHA) sowie die Wohnungen ihrer Mitarbeiter durchsucht und geplündert wurden. Laptops, Festplatten und andere elektronische Geräte wurden in den Büros und Wohnungen beschlagnahmt. Auf einen Schlag wurden 96 Sozialist:innen festgenommen, darunter die folgenden Student:innen:
– Onur Yoldaş Mete, Universität Istanbul, Philosophie
– Hivda Selen, Universität Istanbul, Zeitgenössische türkische Dialekte
– Müslüm Koyun, Universität Istanbul, Journalismus
– Ahmet Bilal Bay, Boğaziçi-Universität, Wirtschaft
– Berfin Polat, Kocaeli-Universität, Öffentlichkeitsarbeit
– Senem Nur Pektaş, Boğaziçi-Universität, Vorschulerziehung
Als Vorwand für die Inhaftierungen wird unter anderem der Besitz sozialistischer Musik-CDs und des kommunstischen Manifestes von Marx und Engels herangezogen. Mit solchen fadenscheinigen Behauptungen, und einer unfairen politischen Prozessführung, drohen lange Haftstrafen, die im schlimmsten Fall unendlich verlängert werden können. Das Ziel dieser Operation ist es, ein Damokles-Schwert über alle Oppositionellen zu hängen, sollten sie vom Recht auf freie Vereinigung Gebrauch machen. Das ist kein Angriff auf Einzelne, sondern ein kritischer Eingriff in die Rechte aller Student:innen und Arbeiter:innen. Diese Festnahmen müssen mit internationaler Solidarität beantwortet werden!
Wir fordern die unverzügliche Freiheit aller inhaftierten Student:innen und Oppositionellen! Wir fordern vom Präsidium, sich dieser Forderung anzuschließen! Aktuell ist internationale Solidarität gefragt, darum rufen wir die Studierendenschaft dazu auf, diesen Vorfall bekannt zu machen und Briefe an die inhaftierten Kommiliton:innen zu schreiben. Mehr Infos finden sich auf der Seite von Tutsaklarin Sesi Platformu (kurz: TSP)
Quellen:
https://bianet.org/haber/police-detain-96-in-raids-targeting-left-wing-groups-media-outlets-316295
https://bianet.org/haber/forty-seven-party-members-journalists-formally-arrested-on-terror-charges-316414
https://bianet.org/haber/lawyers-claim-access-to-files-blocked-in-esp-investigation-318590
https://prisonersvoice.org/de/100-sozialistinnen-in-der-tuerkei-verhaftet/
