AStA der TU Berlin erwartet sofortiges Handeln - Zwangsexmatrikulationen müssen gestoppt werden 26.08.2011

Nachdem gestern bekannt wurde, dass 32 Studierende aufgrund einer auslaufenden Studienordnung ihr Studium nicht mehr fortsetzen dürfen, fordert der AStA der TU Berlin sofortige Konsequenzen.
Noch vor einigen Monaten wurde durch die Novellierung des Berliner Hochschulgesetzes die Möglichkeit zur Exmatrikulation aufgrund des Nichterfüllens von Auflagen eingeräumt. Dass diese Möglichkeit den Lehrenden Werkzeuge einräumt mit denen sie nicht umgehen können, wird nun vorerst in Köln ersichtlch.
 
"Hier geht es nicht um die Frage, in welcher Ordnung welche Regeln wie angewendet werden können, sondern um etwas Grundlegendes. Die Lehrenden haben nicht zu entscheiden, ob Studierende weiterstudieren dürfen oder nicht. Die Studierenden maßen sich auch nicht an, den Lehrenden das Lehren zu verbieten.", so Hannah Eberle, Referentin für Bildungspolitik im AStA der TU Berlin.
 
Bereits seit Jahren forcieren verschiedene Akteur*innen ein Hochschulmodell, in dem die Studierenden nicht aus einem vorgegebenen Schema herausbrechen dürfen. Studierende mit Kindern oder gesellschaftlich engagierte Studierende haben in diesen Hochschulen keinen Platz mehr. Oft reicht schon eine längere Erkrankung um wenig Perspektive im Studium zu haben. Ob Studierende als Härtefälle gelten, ist jedoch keine unabhängige Entscheidung, sondern die Entscheidung von Professorinnen und Professoren in den Prüfungsausschüssen. Wilkürliche Entscheidungen sind keine Seltenheit.
 
"Über spezielle Härtefälle muss hier nicht verhandelt werden. Nicht weiter studieren zu dürfen ist Härtefall genug und eine Einschränkung des Grundrechts auf freie Berufswahl. Die Prüfungsausschüsse haben nicht die Aufgabe Studierende vom Studieren abzuhalten, sondern ihnen ein Studium zu ermöglichen. Die momentane Situation ist absurd und nicht hinnehmbar.", sagt Erik Marquardt, Referent für Hochschulpolitik im AStA der TU Berlin und ergänzt: "Wenn Lehrende die Studierenden nur noch als Zahl in einer Statistik betrachten, wenn Individualschicksale in ihrem Denken keinen Platz mehr haben, dann sind die Universitäten am Abgrund."
 
Wir, der Allgemeine Studierendenausschuss der TU Berlin fordern die Verantwortlichen auf, unverzüglich Schritte einzuleiten, die den Studierenden ein selbstbestimmtes Studium ermöglichen.