Wohnraum für alle! – Aktionswoche vom 15.10. bis 19.10.

In der kommenden Woche möchten wir euch die Aktionswoche ans Herz legen, die die Linke Liste in Kooperation mit unserem Bildungspolitischen Referat mit der LandesAstenkonferenz (LAK) organisiert. Mehr Infos findet ihr unter lili-tu.org.

Ob Studi oder nicht, das Thema Wohnen betrifft uns alle. Doch besonders Menschen mit geringem Einkommen sind von der Wohnungsnot in Berlin betroffen und spüren sie besonders stark.

Das zeigt sich darin, dass es für Studienanfänger*innen quasi unmöglich ist, in der neuen Stadt ein bezahlbares Zimmer zu finden und dass Wartelisten für Wohnheime ewig lang sind. Es sind immer mehr Einzelpersonen wie auch WGs von Verdrängung durch Mietsteigerungen betroffen, oder es müssen sich mehr Menschen in die Wohnung zwängen. Im Notfall muss auf private Studierendenwohnheime mit horrenden Preisen zurückgegriffen werden.

Mit verschiedenen Veranstaltungen wollen wir in unserer Aktionswoche zum Thema „Wohnraum für alle!“ den Ursachen für diese Problematik auf den Grund gehen, aber auch diskutieren, wie ein anderes (Zusammen-)Leben und Wohnen in Berlin aussehen kann.

Veranstaltung: Studierende auf dem Wohnungsmarkt.
Di 16.10., 16:00 Uhr – 18:00 Uhr, AStA TU Berlin

Die Mieten steigen, der Wohnungsmarkt wird immer enger – auch Studierende bekommen die Folgen der neoliberalen Wohnungspolitik zu spüren. Aber was ist ihre besondere Situation? Kann man wirklich von einer studentischen Wohnungsnot sprechen? Und was muss getan werden, um sie zu beheben?

Wir wollen in einem ersten Teil der Veranstaltung die Entwicklungen des Berliner Wohnungsmarkts nachzeichnen, ihre Hintergründe beleuchten und wohnungspolitische Perspektiven zur Diskussion stellen. In einem zweiten Teil wollen wir ausgehend von den eigenen Erfahrungen der Teilnehmenden auf die Grundlagen des Mietrechts und den Charakter des Mietverhältnisses eingehen und praktische Tipps zur Wohnungssuche und zum Abschluss eines Mietvertrags vermitteln.

Referenten: Philipp Möller, Philipp Mattern (beide Berliner Mietergemeinschaft e.V.)

Die Stadt als Beute – Dokumentarfilm 2016, 1h 21 min
Di 16.10., 19:00 Uhr – 21:00 Uhr, AStA TU Berlin

Stadt ist nicht nur Lebensraum, sondern auch Raum für Spekulation. Als Teil unserer Aktionswoche zum Thema “Wohnraum für alle!” zeigen wir den Film “Die Stadt als Beute”, der die Machtverhältnisse auf dem städtischen Wohnungsmarkt aufzeigt, die verantwortlich für steigende Mieten, für Spekulation und vor allem für Verdrängung sind.

Von London bis New York gilt Berlin plötzlich als “the place to be”. Das weckt Begehrlichkeiten. Jeder will hier wohnen und viele wollen sich hier eine Wohnung kaufen, die – verglichen mit “zu Hause” – spottbillig ist. Ehemaliger staatlicher Wohnungsbestand wird privatisiert und Mietwohnungen werden zu Eigentum.
Andreas Wilcke hat diesen Vorgang vier Jahre lang durchleuchtet. Mit seiner Kamera ist er überall in der Stadt unterwegs; befragt die verschiedenen Akteure, begleitet Makler*innen, Investor*innen und Kaufinteressent*innen bei der Schnäppchenjagd und Mieter*innen beim Gang durch die Institutionen.

Neubauen / Besetzen / Enteignen?
Mi 17.10., 19:00 Uhr, Raum 002/003, Institut f. Sozialwissenschaften, HU Berlin

Die LandesAStenKonferenz Berlin (AG Wohnen) lädt zur Podiumsdiskussion ein:
Die Wohnungsfrage stellt sich neben vielen anderen einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen auch (angehenden) Studierenden zunehmend als eine existenzielle. Rasant steigende Mieten, unerträgliche Konkurrenz und dreiste Hausverwaltungen prägen den Berliner Wohnungsmarkt, der inzwischen für viele ein Hindernis für die Aufnahme ihres Studiums darstellt. Auch die vom Senat geplanten 5000 Wohnheimplätze schaffen da keine Abhilfe.
Auf dem Podium werden sich verschiedene stadtpolitische Initiativen vorstellen und mögliche Antworten auf die Wohnungsfrage diskutieren.

https://www.facebook.com/events/453167361846196/

Stadtspaziergang zu neoliberaler Stadtumstrukturierung
Fr 19.10., 14:00 Uhr – 16:00 Uhr, Leopoldplatz vor der alten Nazarethkirche

Auch der Wedding ist längst kein Ort mehr für alle Menschen. Ständige Polizeikontrollen, steigenden Mieten oder Stress auf Ämtern – das sind nur einige Beispiele für Prozesse von Ausgrenzung und Verdrängung. Auf diese Weise erfahren immer mehr Menschen die Auswirkungen einer kapitalistischen Marktlogik tagtäglich am eigenen Leib. Trotzdem werden solche Prozesse einer neoliberalen Stadtumstrukturierung von den Verantwortlichen vor Ort oft geleugnet. Wir wollen uns mit euch in einem zweistündigen Spaziergang durch den Kiez auf die Suche nach Orten der Verdrängung und Ausgrenzung, aber auch des Widerstandes machen. Die Veränderungen in der Stadt sind nicht natürlich, sondern von Menschen gemacht. Wer ist verantwortlich? Wer profitiert? Wer ist betroffen? Und wie kann gemeinsam Widerstand geleistet werden? Das sind nur einige Fragen, die wir versuchen wollen zu beantworten.Die Themenfelder umfassen dabei steigende Mieten, Zwangsräumungen, Rassismus im Alltag, Lagerindustrie, soziale Ausgrenzung und vieles mehr.

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