Resolution der studentischen Vollversammlung der TU Berlin vom 23.01.2018

Solidarität mit den studentischen Beschäftigten für gute Bedingungen und eine gute Qualität in der Lehre

Wir, die Studierenden der Technischen Universität Berlin, solidarisieren uns mit den studentischen Beschäftigten. Schon viel zu lang hat die Qualität der Lehre unter einem nicht angemessenen Lohn und schlechten Arbeitsbedingungen gelitten!

Leistungsbasierte Mittelvergabe und Quantifizierung von Studienplätzen, ohne diese mit ausreichend Mitteln zu hinterlegen, sind Alltag an der Uni. Die Leidtragenden dieser Erhöhung der Arbeitsbelastung sind nicht nur die Angestellten, sondern ebenfalls wir Studierenden. Mangelnde Betreuung und sinkende Qualität sind die Folge. Diejenigen, die es uns ermöglichen, das Studium zu schaffen, sind unsere Freund*innen, die an dieser Universität arbeiten. In den meisten Fällen sind es die studentischen Beschäftigten, die uns die Note retten oder erst dafür sorgen, dass wir die Vorlesung verstanden haben.

Wir fordern eine faire Behandlung der studentischen Beschäftigten aus den folgenden Gründen:

(1) An der Unterbezahlung leidet die Lehre unmittelbar, indem die einzelnen Fachgebiete Schwierigkeiten haben, Beschäftigte zu finden, die bereit sind, für 10,98 Euro pro Stunde zu arbeiten.

(2) Studentische Beschäftigte sind ein zentraler Bestandteil der Universitätsstruktur und diese Verantwortung verdient eine angemessene Bezahlung. Ohne sie würde die Struktur der Universität zusammenbrechen, da nicht nur Tutorien ausfallen, sondern auch Verwaltungsarbeit liegen bleibt oder Anlaufstellen geschlossen bleiben.

(3) Studentische Beschäftigte sind gerade für Studienanfänger eine große Hilfe. Jungen Studierenden fällt es oft leichter, sich anderen Studierenden anzuvertrauen. Auch im Studienalltag sind studentische Hilfskräfte als Ansprechpartner*innen verfügbar, sei es in der Studienberatung oder während eines Tutoriums. Dadurch ergibt sich jedoch auch eine höhere Arbeitsbelastung für die studentischen Beschäftigten innerhalb wie auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten.

(4) Das Leben in Berlin ist mit den Jahren immer teurer geworden. Wir alle kennen die Probleme mit hohen Mieten und hohen Lebenserhaltungskosten. Eine faire Bezahlung ist wichtig, damit Geldsorgen den Studienalltag nicht dauerhaft belasten.

Deshalb solidarisieren wir uns mit unseren Freund*innen in ihrem Kampf für höhere Löhne und generell für bessere Arbeitsbedingungen an den Hochschulen. Wir schließen uns den Forderungen der TV Stud Kampagne an und fordern einen neuen gemeinsamen Tarifvertrag an allen Berliner Hochschulen.

Wir kommen an die Universität, um zu lernen, dieses Lernen braucht Zeit, Geduld und Betreuung. Deswegen wollen wir mehr studentische Beschäftigte über alle Fächer hinweg, damit uns geholfen werden kann und wir in Zukunft helfen können.

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