27.11.12 bis 20.12.12 Ausstellung "Residenzpflicht - Invisible Borders"


27.11.12 bis 20.12.12 Ausstellung "Residenzpflicht - Invisible Borders"
TU-Hauptgebäude (Straße des 17. Juni 135, Nahe Ernst-Reuter-Platz)
im Erdgeschoss bei der Cafetetria

Der AStA der TU präsentiert die Ausstellung „Invisible Borders“ zu unsichtbaren Grenzen in unserer Gesellschaft. Im umfangreichen Begleitprogramm wird die Flüchtlingspolitik der EU, der Umgang mit AsylbewerberInnen in Deutschland und Konjunkturen rassistischer Diskurse thematisiert.

Die Ausstellung: Für Flüchtlinge im Asylverfahren oder mit Status der Duldung existieren in Deutschland an alltäglichen Orten unsichtbare Grenzen. Sie dürfen sich z.B. aufgrund der sogenannten „Residenzpflicht“ nur innerhalb eines ihnen zugewiesenen Bereiches bewegen. Gleichzeitig werden sie verpflichtet, in Flüchtlingsheimen und -lagern oft am Rande oder außerhalb von Siedlungsgebieten zu wohnen.
Einkaufsgutscheine statt Bargeld, aber auch polizeiliche Kontrollen an Bahnhöfen und in Zügen führen zur Markierung von Flüchtlingen und tragen zur gesellschaftlichen Isolation bei.
Die Ausstellung dokumentiert anhand von Modellen, Plänen, Texten, Fotografien und einem kurzen Film die dabei produzierte Geografie mehrfacher Einsperrung und Ausgrenzung, die durch sie verursachte Raumwahrnehmung, aber auch Strategien des Widerstands.

Veranstaltungen zur Ausstellung immer donnerstags, 18 Uhr im TU-Hauptgebäude, Erdgeschoss Raum H111.

Termine

27.11. Dienstag, 18 Uhr, Vernissage, TU-Hauptgebäude im Erdgeschoss bei der Cafetetria
29.11., 18 Uhr, H111, Veranstaltung „EU-Migrationsregime“
6.12., 18 Uhr, H111, Veranstaltung „Unterbringungspolitik - Geflüchtete in Berlin“
7.12., Freitag, Treffpunkt 16 Uhr im AStA: Gemeinsam zum Antirassistischen Einkauf in Hennigsdorf
13.12., 18 Uhr, H111, Veranstaltung: Rassismus auf den Grund gehen mit „Critical Whiteness“
20.12., 18 Uhr, H111, Finissage mit dem Film „Residenzpflicht“ und der Regisseurin Denise Garcia Bergt

Alle Termine

29.11., Donnerstag, 18 Uhr, H111,
Veranstaltung: „EU-Migrationsregime“
Tausende von Flüchtlingen sterben jährlich im Mittelmeer bei dem Versuch Europa zu erreichen. Die Toten verweisen auf ein System der europäischen Grenzsicherung, das auf Abschreckung und Repression setzt. Aber nicht nur an den land- und meerseitigen Außengrenzen ist das EU-Grenzregime aktiv. Vielmehr sorgen unterschiedliche Vertragswerke dafür, dass Flüchtlinge innerhalb der EU hin- und hergeschoben werden. Ein Beispiel für die absurden Konstruktionen ist ein exterritorialer Raum in Knastform, der am neuen Flughafen BER Flüchtlinge an der Einreise und an einem ordentlichen Asylverfahren hindern soll. Die Veranstaltung gibt einen Überblick über wesentliche Elemente der europäischen Grenzsicherung.Eurosur und das „smart borders“ Projekt.

6.12., Donnerstag, 18 Uhr, H111,
Veranstaltung: „Unterbringungspolitik - Geflüchtete in Berlin“ mit ReferentInnen von Multitude e.V.
Dokumentationen über so genannte „Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge“ gibt es viele. Darin wird immer wieder klar, dass die Lebensbedingungen in diesen „Unterkünften“ vielmehr wie in einem Lager sind. In Berlin lebt immerhin der Großteil der Geflüchteten in Wohnungen. Aber auch in Berlin gibt es Lager. Und tatsächlich stieg die Zahl der Geflüchteten, die hier in Lagern untergebracht werden, in den letzten Jahren von 1.700 auf 5.000. Aber wie viele Lager gibt es überhaupt in Berlin? Und wieso gibt es aktuell zwei Erstaufnahmelager in Berlin? Wer lebt eigentlich in Berliner Lagern? Wieso sind manche Lager so viel ekliger als andere? Warum leben Geflüchtete mitunter mit Obdachlosen zusammen? Wieso haben es Geflüchtete in Friedrichshain-Kreuzberg besser? Und warum leben nicht alle Geflüchtete einfach in ganz normalen Wohnungen? Die Fakten und die Zusammenhänge zur Berliner Unterbringungspolitik vermitteln wir über eine „Quizshow“. Im Anschluss wollen wir gemeinsam über Interventionsmöglichkeiten reden und euch die Aktivitäten von Multitude vorstellen.

7.12., Freitag, Treffpunkt 16 Uhr im AStA
Antirassistischer Einkauf Hennigsdorf
Für Asylbewerber_innen in Deutschland gilt das Sachleistungsprinzip. In Hennigsdorf erhalten sie monatlich Gutscheine, um gegen Waren des täglichen Bedarfs eintauschen zu können. Die gesellschaftliche Isolation, in der sie sich ohnehin schon befinden, wird so an der Kasse erneut deutlich. Deshalb findet jeden Monat eine Tauschaktion statt: Bargeld gegen Gutscheine. WG-Großeinkauf(tausch) ist angesagt! Wir fahren gemeinsam hin. Anmelden: buero@asta.tu-berlin.de

13.12., Donnerstag, 18 Uhr, H111,
Veranstaltung: „Critical Whiteness“
Rassismus auf den Grund gehen: Critical Whiteness steht für die Umkehr der rassifizierenden Perspektive auf den „Anderen“ hin zur Untersuchung der gesellschaftlichen Norm des „Weißseins“. In den USA als politischer Kampfbegriff entstanden, entwickelte sich „Weißsein“ zu einer wissenschaftlichen Kategorie in der Rassismusforschung.

20.12., Donnerstag, 18 Uhr, H111, Finissage mit Filmvorführung „Residenzpflicht“ (Doku, 2012, 71min) mit der Regisseurin Denise Garcia Bergt
Zum Abschluss der Ausstellung „Invisible Borders“ an der TU zeigen wir den Dokumentarfilm „Residenzpflicht“ (D 2012, 71 Min.) und sprechen mit der Regisseurin Denise Garcia Bergt. Der Film begleitet Flüchtlinge bei ihrem Kampf gegen die Residenzpflicht. Seit Jahren protestieren sie gegen ihre Isolation und fordern mit der Abschaffung der Residenzpflicht ihr Menschenrecht auf Bewegungsfreiheit. Der Film nimmt außerdem Bezug auf das koloniale Erbe, Alltagsrassismus und die Kontrolle der Außengrenzen Europas durch Frontex.

http://asta.tu-berlin.de & http://invisibleborders.de