Extrem rechter Burschenschafter soll Professor an der TU Berlin werden. Wir sagen nein!

Morgen findet der Vorstellungsvortrag von Prof. Dr. Reinhard Kienberger an der TU Berlin statt. Der Physiker vom Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching bewirbt sich auf eine W3-Professur für „Experimentelle Physik mit dem Schwerpunkt Laserphysik" an der Fakultät II. Außerdem ist er extrem rechter Burschenschafter und hat deshalb an der Technischen Universität Berlin nichts verloren.

Seine Karriere in Verbindungen reicht bis in die späten 80er zurück. Schon 1987 war er Gründungsmitglied der Schülerverbindung, pennale Burschenschaft Anton Wallner in Saalfelden, 1990 trat er der Akademischen Burschenschaft Oberösterreicher Germanen Wien bei. Die „Germania“ ist im Dachverband Deutsche Burschenschaft (DB) organisiert, der immer wieder durch extrem rechtes Gedankengut auffällt, welches dort gepflegt wird. Innerhalb der DB vertritt die Burschenschaftliche Gemeinschaft (BG) den rechten Flügel. Auch die „Germania“ ist Teil der BG und Kienberger war in der Vergangenheit schon offizieller Sprecher der BG und bekleidete außerdem mehrere Ämter für seine Verbindung. Seine Verbindung vertritt revanchistische Standpunkte. So lehnt sie die Benes-Dekrete ab und streitet für ein unabhängiges Süd-Tirol. Dabei rühmt sie sich offen der Kooperation mit der Burschenschaft Brixia Innsbruck, der Verbindungen in terroristische Kreise nachgewiesen wurden.

In einem österreichischen Magazin outet sich Kienberger schließlich als „deutschnational“. Die Tatsache, dass er gebürtiger Österreicher ist, setzt dieser befremdlichen Selbstzuschreibung lediglich die Krone auf. Im selben Interview hetzt er gegen das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) mit den Worten „für mich eine von Linksextremisten gegründete Privat-Stasi“. Das DÖW informiert über die Geschichte des Holocaust, Nationalsozialismus, Exil und Widerstand und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet.

Dieser Mann hat an unserer Uni nichts verloren, und auch nirgends sonst! Wir werden seine Berufung nicht zulassen.

Der Vortrag von Herrn Prof. Dr. Reinhard Kienberger findet am Donnerstag, dem 24. Januar 2013, um 15.30 Uhr, im Ernst-Ruska-Gebäude, Raum ER 325 in der Hardenbergstr. 36A statt. Die Vorlesung ist für Studierende und eigentlich auch sonst alle öffentlich. Kommt vorbei und stellt kritische Fragen.

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AStA TU Berlin