Aufruf zur Teilnahme an der Mietendemo am 14. April & wohnpolitische Kampagne der Berliner Asten

Liebe Kommiliton*innen,
seit Jahren steigen die Mieten in Berlin ins Unermessliche, wovon auch Studierende erheblich betroffen sind. Deswegen hat sich die LandesAstenKonferenz Berlin - der Zusammenschluss der Asten der Berliner Hochschulen - entschlossen unter dem Motto "Wohraum ist keine Ware!" ihre wohnpolitische Arbeit zum zentralen Fokus in den kommenden Jahren zu machen. Wir laden alle herzlich ein, gemeinsam mit uns auf die Straße zu gehen und sich darüber hinaus in der Kampagne zu engagieren:
    
Teilnahme an der Demonstration am 14.April
Wir rufen alle Studierende dazu auf, sich der berlinweiten Mietendemo am 14. April anzuschließen. Ihr wollt nicht alleine auf die Demonstration gehen? Es gibt einen *Vortreffpunkt: 13.45h vor dem Dalì Museum am Leipziger Platz*. Alle sind herzlich eingeladen auch eigene Plakate mitzubringen.
 
Mitarbeit in der Kampagne
Ihr wollt euch schon länger engagieren, aktiv werden, einbringen in das Thema? Kommt vorbei bei unserem ersten offenen Treffen am 25. April um 16h im AStA-Plenarium. Alle sind herzlich eingeladen. Falls ihr an dem Termin nicht könnt, trotzdem aber Interesse an der Mitarbeit habt schreibt uns an wohnen@lak-berlin.de oder tragt euch in die Liste ein lak_wohnen@lists.riseup.net
 
Ihr seid noch nicht überzeugt? Zusammengefasst die größten Probleme die aus studentischer Perspektive zentraler Bestandteil einer wohnpolitischen Kampagne sein sollten:
 
1) zu wenig Wohnheimplätze:
Derzeit gibt es in Berlin rund 10.000 Wohnheimplätze auf 180.000 Studierende. Das ist eine Versorgungsquote von unter 5%. Im Ländervergleich liegt Berlin bundesweit damit hinten. Die sich aktuell im Bau befindlichen 5.000 Wohnheimplätze sind weiterhin zu wenig. Auch werden diese teurer sein als der aktuelle Bafög-Wohnsatz von 275€. Gleichzeitig genehmigt der Senat den Bau von privaten "Studi-Wohnheimplätzen", die den studentischen Lifestyle als Werbestrategie nutzen um Zimmer zwischen 500-1100€ zu vermieten (Youniq, NeonWood, Studio B).
 
2) zu wenig bezahlbarer Wohnraum:
Im Jahre 2001 konnten Studierende in Berlin von einem 450€-SHK Job ihr Leben finanzieren. Mittlerweile kosten neuvermietete WG-Zimmer so viel und der durchschnittliche Preis steigt jährlich um etwa 30€ pro Zimmer. Besonders zu Anfang des Wintersemesters sehen sich die Asten konfrontiert mit akuter Wohnungslosigkeit unter Studis. Studierende leben über Wochen oder Monate in Hostels, auf der Couch oder auf Campingplätzen in Randbezirken. Diejenigen die Glück haben und ein Zimmer bekommen sind oft gezwungen Arbeit aufzunehmen oder mehr zu arbeiten um sich ihre Miete zu finanzieren und haben somit weniger Zeit für ihr Studium/ Freizeit. Bei manchen sind die Zimmer zu klein für einen Arbeitsplatz. Eine steigende Anzahl and Studierenden wohnen in Randbezirken und nehmen zum Teil bis zu 4 Stunden an Pendelverkehr pro Tag auf sich.
 
3) Gesamtbelastung spitzt sich zu:
Insgesamt schlägt sich diese Belastung wieder in verschiedensten Formen. Die Hürden um in Berlin ein Studium aufzunehmen steigen, vor allem für finanziell schwach aufgestellte Studierende. Für Studierende die arbeiten (durschnittlich 60%) entsteht eine hohe Belastung. Diese schlägt sich auch in der wachsenden Anzahl an psychischen Erkrankungen wieder, die im Vergleich zur Altersklasse bei Studierenden höher ist. Laut einer Studie AOK haben mittlerweile 20% aller Studierenden psychische Erkrankungen. Dabei ist auch die Vereinzelung ein Problem. Eine prekäre Wohnsituation und lange Pendelzeiten machen es noch schwieriger Kommiliton*innen kennen zu lernen. 
 
Es ist also höchste Zeit zu handeln und Wohnpolitik zu unserem Thema zu machen!
 
Wir wünschen euch einen schönen Semesterstart & sehen uns am 14. April auf der Straße.
 
Mehr Infos zur Demo findet ihr unter mietenwahnsinn.info.