Aktuelles von der Studentischen Kuratorin (#2)

Zustimmung zur Arbeit des Präsidiums durch das Kuratorium: Personenwahlen scheinen im Parlamentarismus einerseits immer für Spannung und Streit zu sorgen, andererseits rollen nicht wenige mit den Augen, wenn es wieder heißt die Personalfragen sind wichtiger als die Inhalte und schütteln nur den Kopf wie viel Zeit diese ganzen Wahlen immer benötigen. Doch letztlich ist diese Aussage dann auch irgendwie quatsch. So ist es doch zuweilen durchaus relevant wer eine solche Universität, eine Partei oder welche Institution auch immer repräsentiert. In diesem Sinne habe ich mich ganz pflichtschuldig als studentische Kuratorin noch einmal mit unserem Präsidium auseinandergesetzt und letztlich mein Wohlwollen in der vergangenen Sitzung des Kuratoriums ausgedrückt. Einerseits ist die Wahl leider alternativlos gewesen. Andererseits betreibt das Präsidium eine doch im Vergleich studierendenfreundliche Politik, mal abgesehen vielleicht vom TV Stud. Bei allen Problemen ist dieses Präsidium ansprechbar und kommuniziert auch bei einer anstehenden Caferäumung, bei Veranstaltungsproblemen (Türkeiveranstaltungen) oder ähnlichen Problemen nicht über den Köpfen der Studierenden hinweg. Das tut einer Uni und ihren Studierenden gut. Es ermöglicht uns im Bestehenden immer wieder Erfolge durchzusetzen. Nichtsdestotrotz ist dies keine Überzeugungswahl gewesen, das Problem liegt jedoch tiefer und im Grundsätzlichen. An dieser Uni (und ich befürchte fast an keiner Hochschule der BRD) werden kaum alternative Idee zu einem radikalen Umbau der Universitäten entwickelt. Was ich damit meine? Zum Beispiel einer Uni, die sich dem neoliberalen Wettbewerb zwischen den Unis entzieht oder eine Uni, die nur noch feste Verträge für die Wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen vergibt und in der alle gemeinsam annähernd das gleiche verdienen, in denen die Viertelparität keine Streitthema sondern Realität ist. In der sich die Forschung auf feministischer Kritik, politischer Ökonomie nach Marx und Friedens-und Konfliktforschung fokussieren kann ohne wie in einem Hamsterrad Drittmittelanträge stellen zu müssen... so eine Uni zum Beispiel.
Warum habe ich also trotzdem den Präsidenten gewählt, der zwar die TU nach "vorne" bringt und Exzellensinitiativen fördert, aber mit dem gerade beschriebenen nicht so viel zu tun hat? Weil es unsere Aufgabe wäre jemanden zu finden, sich zusammen zu tun, Ideen zu entwickeln und nicht die Aufgabe des Präsidenten. Es liegt an uns Hochschulpolitik zu radikalisieren und auf dem Weg dorthin versuchen möglichst viel Erfolge an der jetzigen Uni umzusetzen.

Zur Webseite der Studentischen Kuratorin: https://asta.tu-berlin.de/studentische-kuratorin