Gegen rechte Stichwortgeber*innen an der Uni

Die Gesellschaft ist in Aufruhr. Flucht, Krieg und kapitalistische Krise bestimmen seit Jahren breite öffentliche Diskussionen. Rechte Stichwortgeber*innen übertreffen sich jede Woche mit neuen „alten“ Ideen. Im Windschatten dieser Diskussionen kann das rechte Projekt und dessen völkisch-nationalistische Partei, die AfD, weiter erstarken. Der Kulturkampf von rechts welcher von Thilo Sarrazin über Peter Sloterdijk bis Karlheinz Weißmann propagiert wird, eint diese recht unterschiedliche Runde mit dem Ziel die Uhren 50 Jahre zurück zudrehen.
Wir wollen uns dieser rechten Diskursverschiebung entgegenstellen, denn wir verstehen die Universität als Raum in der zukunftsorientierte Veränderungen, hin zu einer solidarischen Gesellschaft für alle, angestoßen werden sollten. Rechte Vordenker*innen stehen uns dabei in jeglicher Hinsicht im Weg.
Alle drei Veranstaltungen werden zusammen mit einer Referent_in vom Apabiz e.V. stattfinden, die einen allgemeineren Einblick in die rechte Formierung um die AfD in Berlin geben wird. Dieser jeweils eröffnende Vortrag wird die Berliner AfD in ihrer Ideologie und Struktur analysieren und anhand einiger AfD-Funktionäre personelle Überschneidungen und Netzwerke zur rechten Szene aufzeigen.

Beteiligte Gruppen und Bündnisse: Bildungspolitisches Referat AStA TU Berlin Linke Liste TU Berlin huuls AStA FU Berlin Bündnis Nationalismus ist keine Alternative Berlin Bündnis gegen Rechts

TU Berlin Vortrag & Diskussion: AfD und Neue Rechte an der Uni - Bildungschauvinismus von Gestern? Wann: 13.07.16, 18:00 | Wo: Saal des AStA TU Berlin, TK-Gebäude

Bildung ist ein wichtiges Kampffeld für rechte und ultrakonservative Akteure wie der AfD. Neben der Ablehnung vermeintlich neuer Bildungskonzepte, wie etwa Gesamtschulen und dem Beharren auf dem ständischen dreigliedrigen Schulsystem, sind fortschrittliche Errungenschaften an den Hochschulen ein zentrales Angriffsziel. Demokratische Prinzipien, wie die Mitbestimmung von Studierenden bei Hochschulangelegenheiten (StuPa, Kuratorium, etc.) und der studentische Personalrat sollen abgeschafft werden. Studienplätze soll es nur noch für eine kleine ausgewählte Elite geben. Kritische Lehrstühle und Studiengänge sollen keine Finanzierung mehr bekommen. Universitäten, die wie die TU Berlin sich aus historischen Gründen zu rein ziviler Forschung verpflichtet haben, sollen wieder Rüstungsforschung betreiben. Wir möchten an Hand des Bildungspolitischen Programms der AfD diese Aspekte näher beleuchten.

Weitere Informationen

FU Berlin Vortrag & Diskussion: Antifeminismus und Genderpolitik AfD
Wann: 12.07.16, 18:00 | Wo: Freie Universität Berlin, Silberlaube (Habelschwerdter Allee 45), Raum KL24/122T

Antifeminismus ist schon immer ein Kernelement rechter Parteien und Strömungen. Bereits vor der Spaltung der AfD und ihrem Aufwind durch die rassistische Stimmung in Deutschland konnte sie mit antifeminitistischen Themen breite Wähler*innenschichten ansprechen. In ihren Wahlprogrammen versucht sie diesen Themen einen realpolitischen Ausdruck zu verleihen. Das schlägt sich nieder in reaktionärer Familien- und Biopolitik, der Ablehnung von Gender Mainstreaming bis hin zu der Forderung nach einem Förderstopp und der Abschaffung von universitären Forschungsbereichen zu Gender oder den Gender Studies. Wir werden einige dieser Aspekte im aktuellen AfD-Wahlprogramm näher beleuchten.

HU Berlin Vortrag & Diskussion: Netzwerke und Personalia - Neurechte Politik an der HU
Wann: 14.07.16, 18:00 | Wo: Humboldt Universität Berlin, Raum 2093.

Rechtes und konservatives Gedankengut verbreitet sich nicht von alleine. Einzelpersonen und unterschiedliche Gruppierungen machen aktiv und bewusst eine Politik, die eine reaktionäre Gesellschaft zum Ziel hat. Die Universität ist von dieser Politik nicht befreit. Im Gegenteil, rechte Akteur*Innen sind Teil des universitären Betriebs und ihre Ideen gewinnen an Reichweite und gesellschaftlichem Ansehen. So auch an der HU und an anderen staatlichen Universitäten in Berlin, an denen AfDler arbeiten und studieren. Wir wollen mit dieser Veranstaltung sowohl auf die Akteur*Innen als auch auf die Inhalte dieser Politik eingehen und gemeinsam mögliche Strategien gegen sie diskutieren.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.