Studierende für Viertelparität im Erweiterten Akademischen Senat

Am Mittwoch, 6. Juli 2016, wird der Erweiterte Akademische Senat (EAS) der Technischen Universität Berlin darüber abstimmen, ob er in Zukunft viertelparitätisch besetzt sein soll.

Der AStA der TU Berlin spricht sich nach wie vor entschieden für die Viertelparität aus – im EAS und auch in den anderen Gremien der TU Berlin.

Lion Laspe, Hochschulpolitischer Referent des AStA, sagt dazu: „Die Viertelparität sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Die Studierenden als mit Abstand größte Statusgruppe der Universität sollen mehr Mitspracherecht in den Gremien bekommen. Die Viertelparität ist nur ein kleiner Schritt im Demokratisierungsprozess der Universität. Leider gilt auch mit Einführung der Viertelparität die Stimme einer Studentin nur ein Fünfzigstel einer professoralen Stimme.“

Benjamin Bisping, studentisches Mitglied des Kuratoriums, sagt dazu: „Die Universität ist mehr als eine nachgeordnete Behörde des Landes Berlin, in der die Profs als leitende Beamte den Ton angeben. Die Technische Universität Berlin ist eine Gemeinschaft von Lernenden und Lehrenden, die sich gemeinsam Regeln und Strukturen geben. Wer hier Präsidentin* werden will, soll um Stimmen aus allen Statusgruppen werben müssen. Viertelparität im EAS sorgt dafür, dass die Uni-Leitung in Zukunft stärker mit Rückhalt aller Universitätsangehörigen handelt. Davon profitieren alle und darum werden am Mittwoch auch viele Professor*innen dafür stimmen.“

Hintergrund

Der EAS ist zuständig für die Verabschiedung der Grundordnung und die Präsidentschaftswahlen. Bisher stellen die Professor*innen in diesem Gremium die Mehrheit mit 31 von 61 Sitzen. Wenn sich der EAS für die Viertelparität aussprechen sollte, erhalten alle vier Statusgruppen (Hochschullehrende, Studierende, wissenschaftliche Mitarbeiter*innen, sonstige Mitarbeiter*innen) den gleichen Anteil an Sitzen. Aktuell sind die 34.000 Studierenden der TU im EAS nur mit 10 von 61 Sitzen vertreten, während die 680 Professor*innen über 31 Sitze verfügen. Das bedeutet, dass einzelne Professor*innen mit ca. 150-fachem Gewicht repräsentiert werden gegenüber einzelnen Studierenden.

Bereits 2013 wurde die Viertelparität für den EAS beschlossen, doch der damalige Präsident hob die Entscheidung auf. Mehr Infos zu Rechtslage und Vorgeschichte finden sich auf der AStA-Homepage.