AStA TU Berlin erklärt sich solidarisch mit Aktivist*innen der Kampagne SocialCenter4All

Prozesseröffnung gegen Aktivist*innen der Kampagne SocialCenter4all -
AStA TU Berlin erklärt sich solidarisch mit Aktivist*innen der Kampagne SocialCenter4All

Am 10. September letzten Jahres besetzen Aktivist*innen der Berliner Kampagne „SocialCenter4all“ (Soziales Zentrum für alle) ein Institutsgebäude der TU Berlin in der Englischen Straße 20. Nach dem Auszug des Instituts für Werkstoffwissenschaften stand dieses über längere Zeit leer. Nach eigener Aussage wollten die Aktivist*innen auf den gravierenden Mangel an Unterbringungsmöglichkeiten für Geflüchtete und deren menschenunwürdigen Behandlung am in der Nähe gelegenen Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) aufmerksam machen. In dem besetzen Gebäude sollten dringend benötigte Übernachtungsmöglichkeiten und Informationspunkte für obdachlose Geflüchtete entstehen. Neben der bekannten Initiative Moabit hilft begrüßte auch der AStA die Pläne für das Gebäude.

Nach wenigen Stunden wurden die Aktivist*innen allerdings durch die Berliner Polizei bei der Räumung festgenommen, da sich der Hauseigentümer nicht verhandlungsbereit zeigte. Nun wird ihnen der Prozess wegen Hausfriedensbruchs gemacht. Das Haus selbst ist bereits den Abrissbaggern und einem geplanten Luxusneubau gewichen.

Marcel Zentel vom bildungspolitischen Referat dazu: „Während immer mehr Häuser aus öffentlicher Hand privatisiert werden, fehlt überall in Berlin Wohnraum für Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind. Neben Geflüchteten können das genauso Erwerbslose oder obdachlose Menschen sein, aber auch viele Studierende sind von der Wohnungsknappheit und den ungebremst steigenden Mieten betroffen. Die Aktivist*innen haben auf diese stadtpolitischen Fehlentwicklungen aufmerksam gemacht und zumindest im Kleinen gezeigt, wie eine Lösung aussehen könnte.“

Auch an der TU Berlin setzen sich verschiedenste Initiativen für geflüchtete Menschen ein. Im Mai gab es eine studentische Vollversammlung auf der diskutiert wurde, welche Möglichkeiten der Unterstützung es an der Uni geben kann. Neben zahlreichen selbstorganisierten Sprachkursen gibt es zusätzlich die Möglichkeit am TU eigenen Gasthörer*innenprogramm In(2)TU teilzunehmen. Zur Unterstützung hat der AStA TU für Geflüchtete, die an diesem Programm teilnehmen, eine WG-Zimmer-Börse eingerichtet.

„Wir begrüßen es sehr, wenn sich Studierende neben ihrem Fachstudium auch anderweitig vielfältig und gemeinnützig engagieren. Für unsere Universität und die Stadt Berlin ist das eine große Bereicherung.“ Interessierte sind eingeladen sich im AStA über Beteiligungsmöglichkeiten zu informieren.

Der AStA der TU Berlin ist solidarisch mit dem Anliegen der angeklagten Aktivist*innen und wünscht ihnen Erfolg im anstehenden Rechtsstreit.