Leiter der Forschungsstelle NS-Pädagogik an der Goethe-Universität Frankfurt bedroht

Der AStA der Goethe-Universität Frankfurt am Main informierte heute in einer Pressemitteilung: Der Leiter der Forschungsstelle NS-Pädagogik an der Goethe-Universität, Prof. Dr. Benjamin Ortmeyer, wurde im November 2016 in einen anonymen Brief an die Forschungsstelle beschimpft und bedroht. Unter dem in diesem Brief formulierten Nazi-Motto „Judenprinzip herrscht“, so heißt es wörtlich, wird Ortmeyer als „Überfremdungsaktivist“, als „Akteur der Vernichtungspolitik“ mit „antideutschem Impetus“ beschimpft. Der Begriff „antideutsch“ stammt, wie auch die anderen in dem Brief verwendeten, aus dem Arsenal der alten und neuen Nazi-Presse. Weiter heißt es „Auch das dreiste Ortmeyer-Unwesen wird sein Ende finden“ und „Wenn der Volkszorn erwacht, wird auch Benjamin hinweggefegt“. Das Präsidium der Goethe-Universität hat auf Bitten von Ortmeyer Strafanzeige erstattet. Der AStA der Goethe-Universität, der seit vielen Jahren eng mit Benjamin Ortmeyer zusammenarbeitet, solidarisiert sich nachdrücklich mit ihm und fordert konsequente, rasche Ermittlungen. Es ist erschreckend, dass sich die neonazistische Szene offenbar sicher fühlt und ihre Gegner offen bedroht. Die nazistischen Drohbriefschreiber müssen mit der vollen Härte des Gesetzes zur Rechenschaft gezogen werden. Bei weiteren Rückfragen wenden Sie sich bitte an: bortmeyer@t-online.de, oder telefonisch an (069) 798 22091.