Auslaufen von Diplom und Magister: TU Berlin rüstet Härtefallregelung nach

Am 9. Juli 2015 ist eine Härtefallregelung für auslaufende Diplom- und Magisterstudiengänge in Kraft getreten. Durch diese können Diplom/Magister-Studis auch nach den bisher gesetzten Auslaufterminen noch Prüfungen ablegen. Dazu müssen sie rechtzeitig einen Härtefallantrag stellen. Die Regelung geht auf eine Initiative des AStA zurück.

Gemäß der 2012 verabschiedeten Auslaufsatzung macht die TU Berlin zwischen 2014 und 2020 ihre Diplom- und Magister-Studiengänge dicht. Wer zum Zeitpunkt des Auslaufens noch in einem dieser Studiengänge eingeschrieben ist, verliert die Möglichkeit, sich prüfen zu lassen. Allerdings trug die bisherige Auslaufsatzung nicht hinreichend den Lebensumständen der Betroffenen Rechnung, wie durch § 126 (5) Berliner Hochschulgesetz gefordert. Darum brachte der AStA im Akademischen Senat eine Satzungsänderung ein, durch die bei besonderen individuellen Härten eine Fristverlängerung gewährt werden soll.

Die geänderte Auslaufsatzung sieht in § 2 somit vor:

(2) Stellt der Zeitpunkt [der letztmalige Ablegungsmöglichkeit der Abschlussprüfung] für die betroffenen Studierenden eine unzumutbare Härte dar, so soll der Prüfungsausschuss in begründeten Einzelfällen auf Antrag die Ablegung von Prüfungen auch nach dem in der Anlage benannten Datum genehmigen. Voraussetzung für die Genehmigung ist außerdem, dass der Härtefall vor dem Auslaufen des Studienganges eingetreten ist.

(3) Die Genehmigung wird in der Regel erteilt,
1. wenn besondere gesundheitliche Gründe (z. B. schwere chronische/ psychische Erkrankung, Schwerbehinderung) vorliegen, die ein reguläres Studium nicht möglich gemacht haben,
2. bei unvorhergesehener persönlicher Belastung (z.B. Tod eines nahen Angehörigen, Kinderbetreuung, Pflege pflegebedürftiger naher Angehöriger)
3. in Fällen höherer Gewalt.

(4) Ein Härtefallantrag ist schriftlich und in der Regel vor Ablauf der letztmaligen Prüfungsfrist, unter Vorlage geeigneter Nachweise bei dem zuständigen Prüfungsausschuss zu stellen. Aus dem Härtefallantrag muss ersichtlich sein, warum der geltend gemachte Härtefall zu einer Verlängerung des Studiums über den Zeitpunkt der Aufhebung des Studiengangs führen wird, wie viele Prüfungsleistungen noch ausstehen und einen Vorschlag zum weiteren Studienverlauf bis zum erfolgreichen Abschluss des Studiums enthalten (Studienverlaufsplan).

Wenn ihr Unterstützung dabei benötigt, euren Härtefall geltend zu machen, oder sonst Probleme mit der Auslaufsatzung habt, kommt unbedingt zur Hochschulberatung des AStA!